Ein viel gebrauchtes Hilfsmittel in der visuellen Kommunikation ist die Auslassung von dem, was nichts zur Sache tut. Leere Wände, Seiten ohne Dekorationen, Plakate ohne Farbe, Texte ohne Serifen und ohne Kommata sind die Folge. Vielen Entwerfern ist Überfluss ein Greuel, sie sind aktive Staubsauger, die ständig Ruhe, Funktionsfähigkeit und Authentizität miteinander in Verbindung bringen. Das ist gut und soll so bleiben. Aber sogar der leidenschaftlichste Eliminierer lässt häufig eine wichtige Aufgabe liegen: eine gründliche Inhaltsanalyse auf Notwendigkeit. Wird nicht zu viel erzählt, gezeigt? Wird das Gehirn des Lesers nicht umsonst angeregt?
Betrachte beispielsweise die Texte, mit denen du arbeitest und sei erstaunt über deren Länge. Viel Gedrehe und Überdruss kann aussortiert werden, meistens bleibt nur die Hälfte übrig. Manchmal wäre eine Abfassung gar nicht nötig gewesen.
In vielen Fällen kann ein Stück Text einfach ersetzt werden, etwa durch authentisches Material (wie Zitate, Anekdoten, Briefe usw.). Die Veröffentlichung von Quellenmaterial erspart Raum und Zeit. Schließlich wird Überfluss erst recht weniger, wenn du jegliche Eitelkeiten und Anmaßungen, auch in Bezug auf "weglassen" und "aufräumen", aufgespürt und dich damit auseinandergesetzt hast.